Kurz gesagt: Von einem festen, künstlichen Drainagedeckel oder einer anderen unbeweglichen Entwässerungseinrichtung kann Regel 16.1 straflose Erleichterung erlauben, wenn der Ball darauf liegt oder die Drainage deinen normalen Stand oder beabsichtigten Schwung beeinträchtigt. Eine offene Rinne, ein natürlicher Wasserlauf oder eine markierte Penalty Area kann anders behandelt werden. Prüfe deshalb immer auch die Platzregeln.
Drainagen können auf einem Golfplatz sehr unterschiedlich aussehen. Entscheidend ist nicht allein das Wort «Drainage», sondern wie die Stelle nach den Golfregeln und den Platzregeln eingestuft ist.
Die Frage eines Lesers
Mein Golfball liegt im Fairway direkt neben einer sichtbaren Drainage. Die Drainage stört meinen Stand und meinen Schwung. Darf ich den Ball straflos droppen?
Wann gilt eine Drainage als unbewegliches Hemmnis?
Ein fester, künstlich hergestellter Drainagedeckel oder eine vergleichbare Entwässerungseinrichtung ist normalerweise ein unbewegliches Hemmnis. Das bedeutet: Die künstliche Einrichtung lässt sich nicht ohne unverhältnismässigen Aufwand oder Schaden bewegen.
Regel 16.1 greift, wenn dein Ball die Einrichtung berührt oder darauf liegt, oder wenn sie deinen beabsichtigten Stand beziehungsweise den Raum deines beabsichtigten Schwungs beeinträchtigt. Du musst dafür keinen ungewöhnlichen Stand einnehmen: Beurteilt wird der vernünftige Schlag, den du in dieser Situation tatsächlich spielen würdest.
Die Grundidee hinter dieser Regel findest du auch im Ratgeber Wann bekomme ich straflose Erleichterung?.
Ein konkretes Beispiel im Fairway
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Dein Ball liegt im Fairway, also im Gelände, direkt neben einem festen Drainagedeckel.
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Für deinen normalen Schlag würdest du mit einem Fuss auf dem Deckel stehen oder der Deckel würde deinen Schwung stören.
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Damit besteht eine Beeinträchtigung durch ein unbewegliches Hemmnis und du darfst grundsätzlich nach Regel 16.1b straflose Erleichterung nehmen.
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Du suchst den nächstgelegenen Punkt vollständiger Erleichterung – nicht den schönsten oder bequemsten Punkt – und bestimmst von dort den zulässigen Erleichterungsbereich.
So gehst du beim Droppen richtig vor
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Bestimme den nächstgelegenen Punkt, an dem Balllage, Stand und beabsichtigter Schwung vollständig frei von der Beeinträchtigung sind. Dieser Punkt darf nicht näher zum Loch liegen.
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Miss vom Bezugspunkt eine Schlägerlänge. Dafür zählt der längste deiner höchstens 14 Schläger – der Putter ausgenommen.
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Der gesamte Erleichterungsbereich muss im Gelände liegen, darf nicht näher zum Loch sein und muss vollständige Erleichterung bieten.
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Droppe den ursprünglichen Ball oder einen anderen Ball gerade aus Kniehöhe. Der Ball muss zuerst im Erleichterungsbereich aufkommen und dort zur Ruhe kommen.
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Rollt der Ball aus dem Bereich, droppe ein zweites Mal. Rollt er erneut hinaus, legst du ihn auf die Stelle, an der der zweite Drop zuerst den Boden berührt hat.
Die Technik und die häufigsten Fehler erklärt Wie droppe ich einen Golfball richtig?.
Wann gibt es keine straflose Erleichterung?
- Die Drainage liegt lediglich auf deiner Spiellinie, beeinträchtigt aber weder Balllage noch vernünftigen Stand oder Schwung. Eine Ausnahme kann auf dem Grün oder durch eine besondere Platzregel gelten.
- Du wählst einen klar unvernünftigen Schläger, Stand oder Schwung nur, damit die Drainage stört.
- Der Schlag ist wegen einer anderen Situation ohnehin eindeutig unvernünftig, etwa weil der Ball so liegt, dass du ihn gar nicht spielen kannst.
- Die Stelle ist kein unbewegliches Hemmnis, sondern beispielsweise Teil einer Penalty Area oder ein natürlicher Geländeverlauf.
- Du suchst nicht den nächstgelegenen Punkt vollständiger Erleichterung, sondern möchtest bewusst auf die bessere Seite wechseln.
Gelände, Bunker, Grün und Penalty Area
| Ball liegt in | Was Regel 16.1 grundsätzlich vorsieht |
|---|---|
| Gelände | Straflos droppen: innerhalb einer Schlägerlänge vom nächstgelegenen Punkt vollständiger Erleichterung, nicht näher zum Loch und im Gelände. |
| Bunker | Straflose Erleichterung muss im Bunker genommen werden. Alternativ ist Erleichterung auf der Linie zurück ausserhalb des Bunkers mit einem Strafschlag möglich. |
| Putting Green | Der Ball wird am nächstgelegenen Punkt vollständiger Erleichterung hingelegt. Hier kann auch eine Beeinträchtigung der Spiellinie zählen. |
| Penalty Area | Regel 16.1 gewährt dort keine straflose Erleichterung von einem unbeweglichen Hemmnis. Spiele den Ball wie er liegt oder nutze – falls nötig – die Möglichkeiten nach Regel 17. |
Liegt die Drainage in einem rot oder gelb markierten Bereich, hilft dir Was mache ich mit einem Ball in der Penalty Area?.
Offene Entwässerungsrinnen sind nicht immer gleich geregelt
Eine offene Betonrinne kann vom Club als unbewegliches Hemmnis behandelt werden. Sie kann aber auch innerhalb einer Penalty Area liegen. Ein natürlicher Graben oder Wasserlauf ist nicht allein deshalb ein unbewegliches Hemmnis, weil dort Wasser abfliesst.
Achte auf rote oder gelbe Markierungen, die Definition der Platzgrenzen und die lokalen Regeln auf der Scorekarte, im Clubhaus oder in der Turnierausschreibung. Die Musterplatzregel F-20 erlaubt einem Club beispielsweise, bestimmte künstlich eingefasste Drainagerinnen wie unbewegliche Hemmnisse zu behandeln.
Häufige Fragen zur Drainage-Regel
| Frage | Kurze Antwort |
|---|---|
| Darf ich immer droppen, wenn ich eine Drainage sehe? | Nein. Es muss eine regelrelevante Beeinträchtigung durch eine entsprechend eingestufte Stelle vorliegen. |
| Darf ich wegen der Spiellinie droppen? | Im Gelände normalerweise nicht allein wegen der Linie. Auf dem Putting Green oder bei einer besonderen Platzregel kann es anders sein. |
| Muss ich den nächstgelegenen Punkt nehmen? | Ja. Es geht um den nächstgelegenen Punkt vollständiger Erleichterung, nicht um den besten Punkt für den nächsten Schlag. |
| Darf der Ball nach dem Drop wieder nahe an der Drainage liegen? | Ja. Entscheidend ist vollständige Erleichterung von der konkreten Beeinträchtigung, nicht ein möglichst grosser Abstand. |
| Was mache ich, wenn die Platzregel unklar ist? | Im Zählspiel kannst du nach Regel 20.1c(3) zwei Bälle spielen und den Sachverhalt vor Abgabe der Scorekarte der Spielleitung melden. In einer privaten Runde fragst du am besten das Clubsekretariat. |
Das Wichtigste in Kürze
Ein fester, künstlicher Drainagedeckel kann dir straflose Erleichterung nach Regel 16.1 geben, wenn er Balllage, normalen Stand oder beabsichtigten Schwung beeinträchtigt. Bei offenen Rinnen, natürlichen Gräben und markierten Penalty Areas musst du genauer hinsehen. Dieser Ratgeber erklärt die allgemeine Regel; im Zweifel gelten die aktuellen offiziellen Golfregeln und die Platzregeln vor Ort.
Quellen
Für diese Erklärung wurden die folgenden Regel- und Fachquellen verwendet. Der Artikel ist eigenständig formuliert.
- The R&A – Regel 16: Erleichterung von ungewöhnlichen Platzverhältnissen Offizielle Regel zu unbeweglichen Hemmnissen, Beeinträchtigung und strafloser Erleichterung.
- The R&A – Regel 14: Verfahren für den Ball Offizielle Vorgaben zum Droppen, erneuten Droppen und Zurücklegen.
- The R&A – Definitionen der Golfregeln Offizielle Definitionen, unter anderem zu Hemmnis, Erleichterungsbereich und Schlägerlänge.
- USGA – Musterplatzregeln F-20 und F-5 Offizielle Musterplatzregeln für künstlich eingefasste Drainagerinnen und mögliche zusätzliche Erleichterung nahe am Grün.
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