Es muss nicht für jede Ballsuche eine bestimmte Person als Zeitnehmer ernannt werden. In einer normalen Runde achten die Spieler selbst ehrlich auf die drei Minuten. Im Turnier entscheidet bei einer Unklarheit ein anwesender Referee oder die Spielleitung anhand aller verfügbaren Informationen. Die Zeit beginnt, sobald der Spieler oder sein Caddie im vermuteten Bereich tatsächlich zu suchen beginnt – nicht bereits mit dem Schlag.
Diese Frage wurde World of Golf von einem Leser gestellt. In der Praxis startet häufig ein Mitspieler eine Uhr auf dem Handy. Das ist hilfreich, aber nicht die Uhr allein entscheidet: Massgebend sind der tatsächliche Beginn der Suche und bei einem Streit die Beurteilung der verfügbaren Fakten.
Wann beginnen die drei Minuten?
Die Zeit beginnt nicht bereits beim Schlag und auch nicht automatisch beim Erreichen einer bestimmten Stelle. Sie beginnt, sobald ich oder mein Caddie im vermuteten Bereich tatsächlich nach dem Ball suche. Mitspieler, Gegner, Zuschauer oder andere Personen dürfen helfen; beginnen nur sie zu suchen, startet meine Suchzeit dadurch grundsätzlich noch nicht.
Ich darf den Beginn aber nicht absichtlich hinauszögern, damit andere zuerst für mich suchen. Nach den Klarstellungen zu den Golfregeln beginnt die Zeit in einem solchen Fall spätestens dann, wenn ich ohne diese Verzögerung selbst in einer Position zum Suchen gewesen wäre.
Wer entscheidet, wann die Zeit abgelaufen ist?
Bei einer privaten Runde gibt es normalerweise keinen offiziellen Zeitnehmer. Die Spieler wenden die Regeln selbst an und berücksichtigen ehrlich, wann die Suche begonnen hat. Am einfachsten sagt ein Mitspieler kurz «Die Suche läuft» und startet eine Stoppuhr. Das verhindert unterschiedliche Erinnerungen, ist aber keine besondere Formvorschrift der Golfregeln.
Bei einem Turnier kann ein Referee den Suchbeginn beobachten und die Zeit stoppen. Entsteht später Streit darüber, entscheidet der Referee oder die Spielleitung als Tatsachenfrage. Dafür dürfen sie die Aussagen der Spieler und weitere vernünftig verfügbare Informationen berücksichtigen. Ihre Regelentscheidung ist verbindlich.
- Kein Referee anwesend: Die Spieler halten die Zeit ehrlich fest und spielen ohne unnötige Verzögerung weiter.
- Ein Referee beobachtet die Suche: Seine Feststellung zum Beginn und Ende der Suchzeit ist massgebend.
- Die Beteiligten sind sich uneinig: Die Spielleitung beurteilt den Sachverhalt anhand der verfügbaren Informationen.
- Eine Uhr wurde zu spät gestartet: Dadurch entstehen nicht automatisch neue oder zusätzliche Suchminuten.
Was gilt, wenn kurz vor Ablauf ein Ball gefunden wird?
Wird innerhalb der drei Minuten ein möglicher Ball gefunden, darf ich ihn noch innerhalb einer angemessenen Zeit erreichen und identifizieren. Entscheidend ist, dass der mögliche Ball rechtzeitig gefunden wurde und ich danach unverzüglich prüfe, ob es wirklich meiner ist.
Wird der Ball hingegen erst nach Ablauf der drei Minuten entdeckt, ist er bereits verloren. Eine spätere Entdeckung macht ihn nicht wieder zum Ball im Spiel.
Was passiert nach drei Minuten?
Wird der Ball nicht rechtzeitig gefunden und identifiziert, ist er verloren. Ich darf dann nicht einfach in der Nähe einen neuen Ball droppen. Grundsätzlich muss ich mit einem Strafschlag von der Stelle des vorherigen Schlags erneut spielen – das nennt sich Schlag und Distanzverlust.
- 01
Mein Abschlag fliegt in dichtes Rough.
- 02
Mein Caddie und ich beginnen an der vermuteten Stelle zu suchen.
- 03
Nach drei Minuten ist kein identifizierter Ball gefunden.
- 04
Der ursprüngliche Ball ist verloren; grundsätzlich spiele ich mit Schlag und Distanzverlust vom Abschlag weiter.
Wann ist ein provisorischer Ball sinnvoll?
Könnte mein Ball ausserhalb einer Penalty Area verloren oder im Aus sein, kann ich vor dem Weitergehen einen provisorischen Ball spielen. Das spart den Rückweg, falls der ursprüngliche Ball nicht gefunden wird.
Ich muss klar ankündigen, dass ich einen provisorischen Ball spiele. Für die genaue Reihenfolge und dafür, wann er zum Ball im Spiel wird, gilt Regel 18.3.
Die vollständige Vorgehensweise findest du unter Was ist ein provisorischer Ball?.
Was gilt, wenn der Ball bei der Suche bewegt wird?
Bewege ich, mein Gegner oder jemand anderes meinen Ball versehentlich bei einer fairen Suche oder Identifikation, gibt es grundsätzlich keine Strafe. Der Ball muss an seine ursprüngliche Stelle zurückgelegt werden; ist diese nicht genau bekannt, wird sie geschätzt.
Die straflose Ausnahme gilt für eine angemessene Suche. Absichtliches oder unnötiges Bewegen fällt nicht automatisch darunter.
Das Wichtigste in Kürze
Für eine normale Runde braucht es keinen offiziell bestimmten Zeitnehmer. Die Spieler achten selbst ehrlich auf die drei Minuten. Bei einem Turnier entscheidet ein Referee oder die Spielleitung über einen strittigen Suchbeginn oder Zeitablauf. Praktisch hilft es, den Beginn laut anzusagen und sofort eine Stoppuhr zu starten.
Quellen
Für diese Erklärung wurden die folgenden Regel- und Fachquellen verwendet. Der Artikel ist eigenständig formuliert.
- The R&A – Regel 7: Ballsuche und Identifizieren des Balls Offizielle Golfregel von The R&A.
- The R&A – Regel 18: Erleichterung mit Schlag und Distanzverlust Offizielle Golfregel von The R&A.
- The R&A – Regel 20: Klärung von Regelfragen durch Referee und Spielleitung Offizielle Golfregel von The R&A.
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